Faszination Eisbock

Bierwissen

Faszination Eisbock

Körperreich, aromatisch und komplex.

Ein legendärer Bierstil feiert sein Comeback: Um den Eisbock ranken sich einige interessante Geschichten und Erlebnisse. Doch was macht diesen Bierstil so besonders? Und wie stellt man ihn her?

Der Bierstil Eisbock.

Ein Eisbock als Bierstil kann prinzipiell aus jedem (stärkeren) Bier hergestellt werden. Wie der Name bereits erahnen lässt, wird hierfür ein fertig eingebrautes Bier bei tiefen Temperaturen eingefroren. Da Wasser eine andere Gefriertemperatur als Alkohol hat, bildet sich dabei ein fast weißer Eisblock. Übrig bleibt die sogenannte "Essenz des Bieres" aus konzentrierten Aromen, Kohlensäure und Alkohol - und damit ein echtes Genussbier mit zum Teil weit über 9% vol.

Die Legende.

Der Legende nach geht der Bierstil Eisbock auf ein Versehen eines Brauergesellen aus Kulmbach zurück. Dieser ließ angeblich im kalten Winter 1890 mehrere Fässer kräftigen Bockbiers über Nacht draußen stehen, obwohl ihm sein Meister aufgetragen hatte, die Fässer zum Schutz hinein zu bringen. In der Nacht ist ein Großteil der Flüssigkeit - das Wasser im Bier - gefroren. Der ungehaltene Braumeister befahl seinem Gesellen am nächsten Tag, die übrige Flüssigkeit als Strafe zu trinken. Zu ihrer Überraschung jedoch war dies alles andere als eine Strafe, sondern vielmehr ein Genuss. Der Eisbock war geboren.

Das stärkste Bier der Welt.

Je nach Alkoholgehalt des Ausgangsbiers und Dauer des Gefrierens können Eisbock-Biere schnell mehr als 20% vol. Alkohol erreichen. Duo ist es über die letzten Jahre auch schnell zu einem Wettkampf um das stärkste Bier der Welt gekommen, vornehmlich ausgetragen zwischen einer oberfränkischen und einer schottischen Brauerei. Aktuell amtiert Deutschland - der "Schorschbock 43" hat sage und schreibe 57% vol. Alkohol.

Die Störtebeker Eisbock-Biere.

Seit November 2016 finden sich auch im Sortiment der Störtebeker Brauspezialitäten 4 Eisbock-Biere. Hierfür wurde extra eine neue technische Anlage entwickelt, die diese besonderen Kreationen in höchster Qualität herstellen kann. Entstanden sind 4 unterschiedliche Eisbock-Biere, die mit ihren komplexen Aromen die idealen Begleiter zu einem mehrgängigen Menü sind.

Das Arktik-Ale ist der Hopfenkracher unter den Eisbockbieren und basiert auf dem Atlantik-Ale. Die Komposition aus sieben verschiedenen Hopfensorten lassen eine sehr kräftige Herbe und den fruchtigen Duft nach Ananas, Zitrusfrüchten und dunklen Beeren entstehen. Dieser Eisbock wird noch vor dem Einfrieren ein zweites Mal kalt gehopft mit den Sorten Lemondrop und Simcoe.

Das Eis-Lager basiert auf dem Baltik-Lager. Es überzeugt durch seinen harmonischen, wuchtigen Malzkörper. Die moderate Kalthopfung nach fertiger Reifung des Grundbiers mit der Sorte Calypso gibt dem kupferfarbenen Bier würzig-fruchtige Noten nach Pfirsich und Zitronenschale.

Das Nordik-Porter ist ein wahres Genussbier und basiert auf dem Stark-Bier. Ein wuchtiger Körper und ein intensives Aromenspektrum prägen das tiefschwarze Bier. Stark geröstete Malze sorgen für Kaffee- und Bitterschokoladenoten.

Das Polar-Weizen ist eine wahre Fruchtbombe und basiert auf dem Bernstein-Weizen. Es ist geprägt von einem weichen, harmonischen Malzkörper sowie einem kräftigen Duft nach Banane. Kalte Hopfung vor dem Gefrieren des Bieres mit der charakterstarken Sorte Lemondrop bringt eine leichte Zitrusnote ins Bier.


Geschrieben von: Elisa Preuß
Veröffentlicht am: 05.10.2017
Autorbild Elisa Preuß

Elisa Preuß ist seit 2013 in der Braumanufaktur tätig und ist verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. 2016 absolvierte sie den Biersommelier-Lehrgang bei der Doemens Academy in Gräfelfing.